KESB-Verfahren
KESB-Verfahren greifen tief in das Privatleben ein und sind oft belastend. Wir vertreten Sie im Kindesschutz, im Erwachsenenschutz und bei Beistandschaften — sachkundig und engagiert.

Was wir für Sie tun.

Kindesschutz
Vertretung bei Kindesschutzmassnahmen sowie in Sorgerechts- und Obhutsfragen vor der KESB.
Erwachsenenschutz
Beratung und Vertretung bei Beistandschaften — von der Begleit- bis zur umfassenden Beistandschaft.
Fürsorgerische Unterbringung
Vertretung bei fürsorgerischen Unterbringungen und im gerichtlichen Überprüfungsverfahren.
Beschwerde gegen KESB-Entscheide
Prüfung von KESB-Entscheiden und Vertretung vor den gerichtlichen Beschwerdeinstanzen.
Eigene Vorsorge
Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung, damit Sie selbst bestimmen, wer für Sie handelt.KESB-Verfahren: Rechte kennen, rechtzeitig handeln
Massnahmen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) greifen tief in das Privat- und Familienleben ein — vom Besuchsrecht über Beistandschaften bis zur fürsorgerischen Unterbringung. Wer von einem Verfahren betroffen ist, sollte seine Rechte kennen und früh handeln. Wir vertreten Betroffene und Angehörige an unseren Standorten Wil SG (Villa India), Teufen AR und Zürich sowie im Korrespondenzbüro Gossau SG.
Kindesschutz
Ist das Wohl eines Kindes gefährdet, kann die KESB abgestufte Massnahmen anordnen (Art. 307 ff. ZGB): von Ermahnungen und Weisungen über eine Beistandschaft (Art. 308 ZGB) bis zum Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts (Art. 310 ZGB) oder — als letztes Mittel — der elterlichen Sorge (Art. 311 ZGB). Jede Massnahme muss verhältnismässig sein. Wir sorgen dafür, dass Ihre Sicht der Dinge im Verfahren gehört wird, begleiten Sie an Anhörungen und prüfen Gutachten kritisch.
Erwachsenenschutz und Beistandschaften
Kann eine erwachsene Person ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst besorgen, errichtet die KESB eine Beistandschaft. Das Gesetz sieht vier Formen vor — Begleit-, Vertretungs-, Mitwirkungs- und umfassende Beistandschaft (Art. 393–398 ZGB) —, die unterschiedlich stark in die Selbstbestimmung eingreifen. Wir prüfen, ob eine Massnahme erforderlich und richtig zugeschnitten ist, und vertreten Betroffene ebenso wie Angehörige, die sich um eine geeignete Lösung bemühen.
Fürsorgerische Unterbringung
Die fürsorgerische Unterbringung (Art. 426 ff. ZGB) ist der stärkste Eingriff des Erwachsenenschutzrechts: die Unterbringung in einer Einrichtung gegen den eigenen Willen. Zwei Dinge sind auseinanderzuhalten. Eine Entlassung kann jederzeit beantragt werden, von der betroffenen Person selbst oder von einer nahestehenden Person; darüber ist ohne Verzug zu entscheiden (Art. 426 Abs. 4 ZGB). Für die Beschwerde gegen die Unterbringung oder gegen einen Entscheid gelten dagegen kurze Fristen: in der Regel zehn Tage seit Mitteilung (Art. 439 Abs. 2 und Art. 450b Abs. 2 ZGB). Bei Massnahmen zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit kann das Gericht jederzeit angerufen werden, und wegen Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung ebenfalls (Art. 450b Abs. 3 ZGB). Welche Frist gilt, ergibt sich aus dem konkreten Entscheid und seiner Rechtsmittelbelehrung — bringen Sie das Schreiben zum Gespräch mit. In diesen Verfahren zählt jeder Tag; wir handeln entsprechend rasch.
Verfahren und Beschwerde
Im KESB-Verfahren gelten klare Verfahrensrechte: Anspruch auf rechtliches Gehör, Akteneinsicht und Anhörung (Art. 443 ff. ZGB). Gegen Entscheide der KESB steht die Beschwerde an das zuständige Gericht offen (Art. 450 ZGB), innert dreissig Tagen seit Mitteilung — bei der fürsorgerischen Unterbringung innert zehn Tagen (Art. 450b ZGB). Prüfen Sie zuerst die Rechtsmittelbelehrung auf dem Entscheid; sie nennt Frist und zuständige Instanz. Wir analysieren den Entscheid, klären die Erfolgsaussichten und führen das Beschwerdeverfahren, wo es angezeigt ist.
Vorsorgen statt verfügen lassen
Mit einem Vorsorgeauftrag (Art. 360 ff. ZGB) und einer Patientenverfügung (Art. 370 ff. ZGB) bestimmen Sie selbst, wer für Sie handelt, wenn Sie es nicht mehr können. Richtig errichtet, machen diese Dokumente behördliche Massnahmen in vielen Fällen entbehrlich. Wir beraten Sie bei Errichtung, Formvorschriften und Hinterlegung.


