Sorgerecht nach Trennung – Rechte und Pflichten der Eltern
Bei einer Trennung stehen die Kinder im Mittelpunkt. Wir erklären, wie die gemeinsame elterliche Sorge funktioniert und welche Rechte Sie als Elternteil haben.

Gemeinsame elterliche Sorge als Regelfall
Seit der Revision des Kindesrechts gilt in der Schweiz die gemeinsame elterliche Sorge als Regelfall (Art. 296 ff. ZGB) – auch nach einer Trennung oder Scheidung. Beide Elternteile tragen gemeinsam die Verantwortung für die Erziehung und Entwicklung ihrer Kinder.
Was umfasst die gemeinsame elterliche Sorge?
Die elterliche Sorge umfasst:
- Aufenthaltsbestimmungsrecht: Wo lebt das Kind hauptsächlich?
- Erziehungsrecht: Entscheidungen über Schule, Religion und medizinische Behandlung
- Vertretungsrecht: Rechtliche Vertretung des Kindes gegenüber Dritten
- Vermögensverwaltung: Verwaltung des Kindesvermögens
Obhut und Betreuung
Die Obhut regelt, bei welchem Elternteil das Kind im Alltag lebt. Zunehmend ordnen Gerichte die alternierende Obhut an, bei der das Kind abwechselnd bei beiden Eltern wohnt.
Besuchsrecht
Der nicht betreuende Elternteil hat Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr mit dem Kind (Art. 273 ZGB). Üblich ist ein Wochenende alle zwei Wochen sowie zwei bis vier Ferienwochen im Jahr; bei alternierender Obhut wird die Ferienzeit in der Regel hälftig geteilt. Massgebend sind immer die konkreten Verhältnisse.
Wann wird die alleinige Sorge zugeteilt?
Nur in Ausnahmefällen, wenn dies zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist (Art. 298 ZGB) – etwa bei:
- Schwerer Gefährdung des Kindeswohls
- Anhaltender Kommunikationsunfähigkeit der Eltern
- Häuslicher Gewalt oder Missbrauch
Unsere Empfehlung
Einvernehmliche Lösungen sind im Interesse der Kinder in aller Regel vorzuziehen. Wir unterstützen Sie dabei, eine faire und kindgerechte Regelung zu finden, und vertreten Sie, wo nötig, vor Gericht. Vereinbaren Sie bei Bedarf ein Erstgespräch.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.